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Castle & Distillery Tour - Schottland 03
 

Vom 26. Juni bis 7. Juli mit dem MGF durch die schottischen Highlands - und Ja, der Kofferraum ist groß genug.

Kleinigkeiten, die man über die Insel und ihre Bewohner wissen sollte:

  • Schotten wie Briten sind äußerst gastfreundlich und zuvorkommend, privat im Gespräch wie auch im Straßenverkehr.

  • Die Briten beharren immer noch auf dem Brauch grundsätzlich LINKS zu fahren (jaja, wir  kennen den Witz: Es wird schrittweise der Rechtsverkehr eingeführt - mit Radfahrern und LKWs wird begonnen...)

  • Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sind in Meilen pro Stunde angegeben:
    Ortschaft: 30mph/48kmh, Landstrasse: 60mph/96kmh, Autobahn 70mph/112kmh.

  • Aber keine Angst: Radarboxen sind schon von Weitem gut erkennbar rot/gelb schraffiert.

  • Es gab auf der Route gezählte sieben Ampeln - sonst nur Kreisverkehre ("Roundabout", hat so wie in Österreich den Vorteil so lange im Kreis zu fahren bis man die richtige Ausfahrt gefunden hat).

  • Die Orte, Straßen, Sehenswürdigkeiten, Kurven etc. sind perfekt beschildert - Verirren fast nicht möglich. Falls doch: die
    natürliche Grenze ist die Küste.

  • Treibstoff für Mensch (Futter) und Maschine (Benzin) ist s...ehr teuer. Benzin ist aber im Schnitt immer noch um 15% billiger als Diesel.

  • Es gilt als Währung immer noch das Pfund, ein Pfund entspricht etwa 1,4 Euros und etwa 19,4 Schillingen.

  • Heiß- und Kaltwasser sind getrennt und stets an den gegenüberliegenden Seiten des Waschbeckens.

  • Tiefflugübungen der britischen Luftwaffe sind in Schottland normal.

  • Hinter jeder Kurve und Hecke lauern Schafe - sie sind aber harmlos und greifen nicht an.

  • Die Klimaveränderungen sind auch in Schottland schon bemerkbar, bei Ankunft hatte es schon teilweise sechs Wochen nicht geregnet. Trotzdem betrug die Temperatur im Schnitt angenehme 20°C.

So, nun aber zum Bericht und ein paar Bildern (darauf klicken um sie zu Vergrößern).
In Castles ist es übrigens grundsätzlich verboten zu Fotografieren, in Distilleries nur teilweise.


Tag 1, Donnerstag, 26. Juni 03, 00:30 früh:
Abfahrt von Wien Richtung Amsterdam/Ijmuiden um die Fähre nach Newcastle zu erreichen.

Nach ca. 1200km Autobahn Ankunft in Ijmuijden um 12:30. Ach ja, die für den Linksverkehr abgeklebten Scheinwerfer.

Die Fähre - Prince of Scandinavia (Hä? Ich dachte Schiffe trügen immer weibliche Namen?) - der DFDS Seaways Linie.
Blick über den Hafen von Ijmuiden.


Tag 2, Freitag, 09:00 Ortszeit, Ankunft in Newcastle an der Ostküste Englands.

Ausfahrt aus der Fähre und man könnte sagen: britisches Wetter - aber ÄTSCH, ES REGNET NICHT!


Dialog Beifahrer/Fahrer beim Einbiegen in die erste Straße: "I glaub du gehörst a bisserl weiter nach links....!"

An der Ostküste entlang geht es zum ersten Reiseziel, noch in England: Bamburgh Castle, Sitz der Familie Armstrong.
Am Parkplatz der erste echte britischen MGF. Im Hintergrund Bamburgh Village.


Zwei Wochen vor der Ankunft begannen Ausgrabungen nach Funden aus der Zeit von 500 AD. Ziemlicher Betrieb dort.


Rundgang durch das Bamburgh Castle Aviation Artefacts Museum - kurz BCAAM. Neben diversen alten und älteren Flugzeugmotoren gab es auch das zusammengesetzte Cockpit einer abgestürzten Spitfire zu sehen. Naja, der Name "Artefact" Museum hat schon seinen Grund.

Weiter im Regen (übrigens der einzige Tag an dem es regnete) über Edinburgh und Dundee Richtung Norden nach Montrose zur ersten Übernachtung. Blick über die "Copa Kagrana" Schottlands, scheinbar leider nur bei echtem Schönwetter in Betrieb...
Der kleine Bagger rechts kann übrigens auch von Erwachsenen benutzt werden!


Tag 3, Samstag

Von Montrose zurück gen Süden nach Crieff...

...um nach einigem Suchen die Glenturret Distillery wieder zu finden - die älteste Schottlands (1717). Sie befindet sich zur Zeit leider in einer Übernahmephase und heißt jetzt "The famous Grouse" - welch Graus....


Naja, wenigstens kann grob die Entstehung von Whisky veranschaulicht werden,
bestehend aus folgenden fünf Stufen: Malting - Mashing - Fermentation - Distillation - Maturation.

Und das geht so: Die über Torffeuer getrocknete Gerste -  Barley - wird zum Grist gemahlen... ...und in frisches, heißes Quellwasser gerührt. Im Maischbottich, der Mash Ton, entsteht durch Umwandlung von Stärke
in Zucker die Würze - Wort.
Nach dem Erkalten kommt der Saft zusammen mit zugegebener Hefe in hölzerne Washbacks.
 
Dort gärt das Ganze blasenschlagend und  geruchsintensiv zum Wash, dabei wandelt die Hefe den Zucker in Alkohol um.
Der Wash wird
schließlich in den
Pot Stills - je ein Wash Still und ein Spirit Still - zweifach destilliert.
Am zollamtlich versiegelten Spirit Safe entscheidet der Stillman über die Zusammen-setzung des Spirits. Schließlich wird in Eichenfässer abgefüllt (hier eine alte Anlage)... ...und zwischen 8 und 21 Jahre gelagert. Im ersten Jahr entweichen 4%,
jedes weitere Jahr 2% des Inhalts - der Angel's Share.
Nach dem Reifen und vor dem Abfüllen in Flaschen wird der Whisky noch mit Quellwasser auf den gewünschten Alkoholgehalt verdünnt, gefiltert und abgefüllt. Und getrunken.

Wenigstens steht noch die Glenturret Statue von Towser - the Cat, sie fing in 24 Jahren nachweislich 28.899 Mäuse.


Tag 4, Sonntag, Braemar.
 

Balmoral Castle, der Sommersitz der Queen.
Die Queen macht noch nicht Ferien, daher konnte der Garten besichtigt werden, das Schloss ist für Besucher gesperrt.

Die Gartenanlage von Balmoral.


Weiter geht's schließlich durch die schottischen Highlands nach...

...Glenlivet zur gleichnamigen Distillery.
Sie ist wie ein liebevoll gepflegter Oldtimer, alles tip-topp in Ordnung und glänzend poliert (natürlich noch in Betrieb). Ein Augenschmaus! Im Bild neben der Distillery die Mühle aus dem Jahr 1923, die Mash Ton, Wash Backs, Stills und der Kühlwasserteich.


Tag 5, Montag, Start in Elgin (im Bild unser B&B)...


...nach Nairn zum Cawdor Castle, einem typisch schottischem Tower House, der Kern stammt aus 1179, "renoviert" wurde 1398.
Sie ist übrigens die einzige schottischen Wehranlage mit funktionierender Zugbrücke! Ein Rundgang durch die wunderschönen Gartenanlagen, teilweise aus dem Jahr 1600...




...weiter über Inverness mit seinen Bohrinseln vorbei an die Westküste...


...nach Muir of Ord zur

Glen Ord Distillery, ein Blick von Außen auf
die Pot Stills,
ein ganz ganz alter Still, ein Kiln, hier wurde die Gerste=Barley über dem Torffeuer getrocknet, und das Lager.

    
Wieder zurück an die Ostküste nach Golspie zum Dunrobin Castle, zZt Sitz der Familie Sutherland.
Der Kern stammt aus dem Jahr 1275, erweitert wurde es 1844; Blick auf den italienischen Garten.


So sieht's in Golspie aus; der Strand bei Ebbe - *seufz* - einfach schön!


Tag 6, Dienstag

Über Ullapool an der Nordwestküste - Landepunkt von jährlich 100 000 Tonnen Fisch - weiter durch wunderschöne Landschaften...


...zu den Inverewe Gardens nach Poolewe, einem 20ha großen Gartenareal, im 19. Jhdt von Osgood Mackenzie geschaffen.
Der Garten zeigt deutlich die klimatischen Auswirkungen des warmen Golfstromes - kein Winterfrost, es wachsen Palmen, Lilien und ähnliche tropische Pflanzen.



Wieder weiter der Küste entlang nach Fort Augustus am Loch Ness und am Fuße des Ben Nevis, mit 1344m der höchste Berg Schottlands und durch das Glen Shee
, so ziemlich der einzige Wintersportregion Großbritanniens.
  


Tag 7, Mittwoch

Ein paar Bilder über den Schiffsverkehr in der fünffachen Schleusentreppe von Fort Augustus, entstanden zwischen 1803 und 1822.
Äh, also die Schleuse ist da entstanden, nicht die Bilder.
Die Schleuse ist Teil der künstlichen Wasserstraße zwischen Nordsee und Altlantik, bestehend aus Loch Ness, Loch Oich und Loch Lochy.

Die Schiffstour mit der Royal Scot auf dem Loch Ness - daneben der Blick auf das Schiffssonar.
Gutschi-gutschi-gu, ja wo ist sie denn die Nessie?

Schließlich Aufbruch an die Westküste nach Oban und Besuch der dazugehörigen Oban Distillery.


Tag 8, Donnerstag

Wieder an der Ostküste besuchten wir Drummond Castle in der Nähe von Crieff, erbaut 1491, zZt im Besitz von Lady Willoughby de Eresby.
 

Abstecher zum Castle Menzies, ehemaliger Sitz der Menzies - mehr fällt mir jetzt dazu auch nicht ein.


Tag 9, Freitag, Pitlochry.
Luftkurort mit Lachstreppe an der Staumauer des Wasserkraftwerkes.
AAAAARGH - Man(n) hat Kreuzschmerzen und ungeschmeidigen Gang! Die schlechten Strassen und harte Federung fordern ihren Tribut.

Trotzdem, auf nach Edradour, der kleinsten Distillery Schottlands;
zum Vergleich: sie produziert im Jahr die Menge die Glenfiddich in einer Woche produziert.


Hier sieht man die Mash Ton, die "Anlage" zum Abkühlen, die beiden Wash Backs, die Stills und die Kühlschlangen der Stills hinter dem Haus, schottisch-geizig mit Wasser des nahen Baches gekühlt. Führt der Bach zu wenig Wasser steht die Produktion still. Simple as that.

Glamis Castle in der Nähe von Forfar, erbaut ca. im 14. Jhdt, zwischen 1630 bis 1695 erweitert.
Der Kinderhort von Queen Mum und Queen Elizabeth II. Den Garten bekam Mum zum 90sten Geburtstag geschenkt.


Wieder zurück nach Pitlochry.


Tag 10, Samstag

Scone Palace am Rande von Perth, erbaut ca. im 16. Jhdt, umgebaut 1802, Sitz des achten Grafen von Mansfield.
Daneben der Stone of Scone, auf ihm wurden bis 1297 die Könige Schottlands gekrönt.


Weiter nach Callander.


Tag 11, Sonntag, letzter Tag, auf dem Weg nach Newcastle zur Fähre: kurzer Stop beim Falkirk Wheel, einem Schiffshebewerk aus dem 21. Jhdt. Nur leider streikte es ausgerechnet an diesem Tag.

Erstens: habe ich damit nichts zu tun und
zweitens: es gab sicher nur an DIESEM Tag Probleme...


Immerhin funktionierte das Modell.


Kurz noch ein Abstecher zum Mellerstain House und seinen wunderschönen Gärten.

Wieder in Newcastle, nach ca 2.000 Kilometern in Schottland, Einschiffen auf die Fähre namens Queen of Scandinavia.

 

Schließlich Ankunft in Wien am Montag abend, um sieben Flaschen Whisky, vier Schafwollpullover und viele Eindrücke reicher.